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Freiberufler statt Minijobber

Meist wird ein 450 Euro Job als Ergänzung zu einer versicherungspflichtigen Arbeit (Vollzeit oder Teilzeit) gesucht, weil das Gehalt daraus nicht reicht oder weil man nur ein paar Stunden in der Woche Zeit hat. Dies kann beispielsweise auf Mütter zutreffen, die sich ab dem Mittag um ihr Kind oder ihre Kinder kümmern müssen und bei denen etwa der Mann einer Vollzeitbeschäftigung nachgeht. Mit dem Minijob soll dann oft die Haushaltskasse aufgebessert werden. Sind die in den Minijob Stellenanzeigen zu vergebenden Tätigkeiten aber nicht anspruchsvoll genug oder geht es einem nicht um das “brutto” für “netto”, dann könnten auch andere Alternativen wie etwa eine Freiberufliche Tätigkeit in Betracht kommen.


Was ist ein Freiberufler?

An dieser Stelle sollte man nicht gleich abgeschreckt sein, da ein Freiberufler zwar selbstständig tätig ist, im Gegensatz zu Gewerbetreibenden im Sinne von § 5 Abs. 1 S. 1 GewStG. aber nicht gewerbesteuerpflichtig ist, da er nicht als Unternehmer zählt. Dazu muss ebenfalls erwähnt werden, dass nicht jede Tätigkeit als Freibrufler ausgeübt werden kann, sondern dass sie in Deutschland eingeschränkt sind. Die Liste in denen eine freiberufliche Tätigkeit möglich ist, ist allerdings recht umfangreich und sie reicht vom Arzt und Heilpraktiker, Altenpfleger, Hebamme, Masseur über den Designer oder Fotografen bis zum Übersetzer, Journalist, Reporter, Informatiker oder Steuerberater. Insgesamt gibt es in Deutschland bereits rund eine Million Freiberufler.

Vorteile als Freiberufler gegenüber einem 450 Euro Jobber

Vorteile gegenüber einem 450 Euro Job können sein, dass man pro Stunde oder Auftrag mehr verdienen kann, da sich der Auftraggeber dann ja die pauschalen Sozialabgaben spart, die er als Arbeitgeber eines Minijobbers zu tragen hätte. Ebenfalls ist man dann nicht an die Grenze von 450 Euro pro Monat gebunden und außerdem besteht dann die Möglichkeit, die Vorsteuer (gezahlte Mehrwertsteuer) aus sonstigen beruflich bedingten Ausgaben (etwa Handyrechnung, Internetkosten, etc.) vom Finanzamt erstattet zu bekommen. Zudem spielt für den einen oder anderen vielleicht auch das Ansehen eine Rolle, da man als Freiberufler ja eine Art Selbstständiger ist.

Nachteile gegenüber einem Minijob

Natürlich gibt es auch einige Nachteile gegenüber einem Angestelltenverhältnis im 450 Euro Job. Erstens hat man als Freiberufler natürlich keinen Anspruch auf Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld und natürlich auch nicht auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Auch muss der Auftraggeber/Arbeitgeber natürlich damit einverstanden sein, einen Freiberufler zu beschäftigen. Hinzu kommt ein höherer Aufwand, da Rechnungen geschrieben werden müssen und auch die Steuererklärung ein wenig koomplizierter wird. Wie ein Selbstständiger ist man zudem umsatzsteuerpflichtig, wenn der Umsatz über dem der Kleinunternehmer-Regelung liegt (oder man diese nicht gewählt hat) und einkommensteuerpflichtig, sofern er über dem Freibetrag der Einkommenssteuer liegt – in beiden Fällen würde man dann aber auch deutlich mehr verdienen als mit einem Minijob.

Weitere Informationen findet man auf der Webseite des Bundesverbands der Freien Berufe unter www.freie-berufe.de